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Einige pragmatische bemerkungen zum neuen krause-wörterbuch \(buske 2007\)

Einige pragmatische Anmerkungen zum neuen Wörterbuch von Erich-
Dieter Krause (Buske 2007)

Das neue Grosse Wörterbuch Deutsch-Esperanto von Erich-Dieter Krause (Buske 2007) mit seinen rund 160 000 "Wortstellen" auf beeindruckenden 1679 Seiten weist zwar durchaus den Umfang eines vergleichbaren nationalsprachlichen Wörterbuchs (Wb) auf und dürfte für das Prestige des Esperanto von enormer Wichtigkeit sein. Andererseits kann das Werk, wie zu erwarten ist und wie in einigen Rezensionen bereits kritisiert wurde1, gewisse Nutzer nicht ganz zufrieden stellen, weil einfach (zu) viele Wörter in dem Buch fehlen, die für die Arbeit mit "modernen" Texten unentbehrlich wären. Jeder übersetzerisch oder schriftstellerisch tätige deutschsprachige Esperantist kennt das Gefühl der Frustration, im Wörtermeer von älteren und neueren Dictionnaires Ausdrücke nicht zu finden, nach denen man verzweifelt sucht. Es liegt also in der Natur der Sache, dass es einem unweigerlich auch beim neuen Wörterbuch von Krause (WBK) gleich ergehen wird. Auch wenn man in Zukunft für seine Esperanto-Arbeit sehr wahrscheinlich nur noch auf dieses WBK zugreifen wird, weil es mit Abstand das umfassendste ist und wohl alles Bisherige in den Schatten stellt, wird man es nicht ohne Bedenken und Vorbehalte bezüglich Quantität (Worteinträge) und Qualität (Übersetzungen) nutzen können. Einwände dürften vor allem aus unterschiedlichen Übersetzer- und Fachterminologenkreisen zu erwarten sein. Wohl kaum eine Rezension wird das neue Werk erschöpfend besprechen können. Auch meine hier festzuhaltenden Anmerkungen können sich nur als ein paar Randnotizen aus der subjektiven Sicht eines fleissigen Wb-Nutzers verstehen. Im Sinne einer praktischen Übung soll die Aufmerksamkeit auf einen zufällig gewählten alltäglichen journalistischen Text fokussiert werden („Das perfekte Team“ aus der Schweizer Zeitung Weltwoche, Nr. 27/20072), der mit Hilfe des neuen WBK ins Esperanto übertragen werden soll. Sinn der Übung ist es also nachzuprüfen, ob das neue WBK in diesem Fall zweckdienlich ist, ob diejenigen Ausdrücke, die man als typisch für eine bestimmte moderne journalistische Sprachusanz ansehen kann und daher vielleicht etwas ungewöhnlicher als andere sind, sich mit Hilfe des WBK übersetzen lassen. Hier das Resultat der Verifizierung. Folgende Ausdrücke, die in dem genannten Artikel zur Übersetzung anstünden, wurden im neuen WBKe als Worteinträge nicht gefunden: Buhmann, Staatsamt, Rundkopf, Spitznase (spitznasig vorhanden), Schweinsäuglein, käsebleich, Ruch, Hassfigur, Kriegstote, Stimmenverhältnis, etwas am Hut haben, Sowjetimperium, Sanität (Sanitäter vorhanden), Widerstandsaktion, Nazi-Herrschaft (Naziregime vorhanden), SS (auch kein Verweis auf Sturmschar), Wehrmacht (nur allg. Übersetzung), Handwerk verrichten, Untergrundarmee, rau(h)beinig, Königsthron, Opfermythos, anblaffen, Umzingelungsängste, Pipelinepläne, Expansionsgelüste, Kassenschlager, Premierposten, Werthaltung, Zwillingsforscher, Firmenboss, Clochard, Politikerpersönlichkeit, Machtwille, Präsidialabteilung, Teedame, Level (neudeutsch), die Fäden ziehen, instrumentalisieren, von Ideen sprühen, Ein-Mann-Show, Hacken zusammenknallen, Alpha-Zwilling, Traum-Team, Arbeiterrecht (Arbeiter- vorhanden), Streikstrategie, Demokratiebewegung (Demokratie- und Bewegung gibt es ja), Eklat, Seilschaft, Repressionsapparat, Offiziersrente, Lustration, Generalverdacht, Kulturkrieg (Kultur und Krieg sind ja auch vorhanden), Kampfauftritt, Mangelwirtschaft, Hexenjagd, abdunkeln/abgedunkelt, Prosaiker (Prosaist vorhanden), Nachkriegsliteratur (Nachkriegs- vorhanden), Künstlergesellschaft (Künstler- vorhanden), Säuberungspläne (Säuberung vorhanden), Stasi, Redaktionsstube (Redaktions- und Stube vorhanden), Beamtenpult, Polizeiquartier. Freilich lassen sich viele zusammengesetzte oder verwandte Wörter gleichen Stammes, die als solche im WBK nicht als selbständige aufgeführt, durchaus aber in ihren Bestandteilen notiert sind (wie in einigen Fällen in Klammern gezeigt), unter Anwendung der eigenen Phantasie relativ leicht ableiten bzw. neu "erschaffen". Esperanto zeichnet sich ja, gerade hinsichtlich seiner Wortbildung, durch eine erhöhte Flexibilität aus. Den vielleicht zu erwartenden Vorwurf des Rezensenten mit dem Argument zu kontern, man könne fehlende Einträge ja selbst erfinden, kann man eben gerade nicht gelten lassen. Andernfalls stellt sich auch wieder einmal die Frage, ob es wirklich nötig sei, in einem solchen Wb eine ganze Reihe von zusammengesetzten gleichstämmigen Wörtern aufzuführen, die mit Hilfe des Esperanto-Affixsystems leicht abzuleiten sind, und überhaupt wie ein Wb Deutsch-Esperanto aufgebaut sein soll. Wie mit den folgenden Beispielen gezeigt werden kann, ist im WBK immerhin eine Menge von Ausdrücken in Bezug auf den untersuchten Presseartikel enthalten, wo Zweifel bestand: Ausbund (von Bosheit), Betriebsunfall, Willenskraft, bäurisch, polarisieren, schlechthin, Premierminister, unvorteilhaft, Magenverstimmung, Rückspiegel, Fahrtrichtung, permanent, Geburtshelfer, dem Erdboden gleichmachen, derweil, Gewehr bei Fuss, todesmutig, Insignien, unbestreitbar, Nationalbewusstsein, egozentrisch, hellhörig, Klappe (halt die Klappe), Rückversicherung, sommersprossig, Lausbub, Taugenichts, Weissglut, pfiffig, Blutsbande, Halbbruder, bettlägerig, Unikum, Macher, Stratege, aushecken, Politikwissenschaftler, Genussmensch, schrullig, Kleinkram, Arbeitsteilung, hemdsärmelig, Gewerkschaftsführer, Schlussstrich, Durchleuchtung, Lehnstuhl, Totenmaske, Wohnzimmer, morbid, Dasein, jakobinisch. Man kann die Beobachtung machen, dass im neuen WBK vor allem eher ältere Begriffe erfasst worden sind und viele neuere (modernere) fehlen. Als Schweizer darf man noch auf die Helvetismen hinweisen: Obwohl solche im neuen WBK urchaus vorhanden sind, wäre es hilfreich, auch Begriffe wie die folgenden zu finden: Finken, Gnagi, Gotte/Götti, Gutsch, Harst, Lupf, Muni, Rank, Sigrist (Sakristan), Türgg, Alpenkalb, Lustmolch, Halbschuh (im Sinne von Dummkopf), Töff, Aufsteller, (Bern-)Burger, Röstigraben, Füdlibürger, Nationalrat, Ständerat, Bundesrat (Schweiz), Willensnation, Vernehmlassung, Grüezi, feiss, heimlichfeiss, blutt, währschaft, bodigen, trüllen, spetten, zügeln, beelenden, zwaspeln, piccobello, den Kropf leeren, das Heu auf der gleichen Bühne haben, eins ziehen, die Türe zuschletzen, die Katze leutscht, es schleckt keine Geiss weg, Krethi und Plethi, usw. In diesen Fällen wären wohl neue Übersetzungsansätze zu bewältigen und/oder es wäre dann ein separates Wb für CH-Ausdrücke zu realisieren. Bei Nüsslisalat wird auf Feldsalat verweisen, bei Feldsalat die ‚Salatonime’ Rapünzchen, Rapunzel, Vogerlsalat mit der lateinischen Entsprechung Valerianella locusta verzeichnet. Dass dann schliesslich die Esperanto-Entsprechung valerianelo hinhalten soll, ist ein typisches Beispiel, wie schwer sich das WBK mit solchen Fällen schwer tut. In einem „postmodernen“ (Wort im neuen WBK vorhanden) Esperanto-Wb sähe man aber auch gerne Begriffe wie etwa die folgenden: Bettelstudent, Frauenzimmer, Gratwanderung, Nachübersetzung, Wermutstropfen, Birkenhuschchen, Wirrschopf, Mod(d)erloch, Rezipientenkreis, Federfuchser, Spiessgeselle, Schwarmattacke (mil.), Fansen, Anderssein/Fremdsein, Bewusstseinswelt(en), Bewusstseinswandel, Buhmann, Hickhack, Populärkultur, Mikrorayon, Aufbruchstimmung (wie damals in der DDR), Neulanderoberer, Rollenzuweisung, Doppelmoral (war doch ein übliches Phänomen zu Zeiten des Kommunismus), Röhrenhosen, Flaniermeile, Deutschtümelei, Entstalinisierung, Textkorpus, Alleskleinhacker, Nestbeschmutzer, Ewiggestrige, Gefühlsnahkampf, Gottmensch, Geisterarmee, Ausdifferenzierung, Schreckensantlitz, Leistungsausweis, Durchdringung, Folgestaat, Megahit, Disziplinierung(smaschinerie), Lehrzuchtsverfahren, Unaufgeklärtheit, Herrgottswinkel, Glaubenskongregation, Vollzugsgehilfe, Vollzugspolitik, Humanitätsduselei, Hexenjagd, Akteneinsicht, Mediengeilheit, Egomanie, Noblesse, Notsituation, Gegenentwurf, Galionsfigur, Alleingang, Anverwandlung, Verkleidungswettbewerb, Nationswerdungsprozess, Schmiermittelkonsistenz, Seinsbefindlichkeit, Kulturraum, Krümelkackerei, Hassrapper, Buhmann, Talkmaster, Finanzplatz, Versatzstücke, Eigenverantwortlichkeit, Wandervogel (Mensch im übertragenen Sinne), Alphatier, Dünnbrettbohrer, Wahrheitsfindung, Wadenbeisserei, Wehwehchen, Vorreiterrolle, Verschachtelung, Zusatzsicherung, Kostenführerschaft, Sukkurs, Cohabitation, Flankenschutz, Grundgesamtheit, Gratispresse, Pendlerblätter, (Staats-)Moloch, Grenzgänger, Generalist, Gegenentwurf, Organisationseinheit, Schnapsmatritze(nqualität), Fäkaliensprache, Intimbereichwaschlotion, Lautsprecheranlage, Umfrageliebling, (Einheits-)Tenue, Klein(st)unternehmen/KMU, Hardliner, Auflösung (Graphik), Fascho-Sau, Plattkopf, (verdammter) Wichser (häufig in TV-Filmen anzutreffen), kulturübergreifend, fremdkulturell, unzumutbar, einfallslos, tapsig, hochkarätig, unverkrampft, slavischkundig, vielbeschworen, gesamtgesellschaftlich, generalstabsmässig, verschachtelsätzig, subsidiär, GAU/Super-GAU, stopfsätzig, präexistent, werberelevant, glasklar, handverlesen, genuin, einhergehend, abgefackt, eräugen, (zurück)blaffen, zukleistern, einpeitschen, hindrusseln, aufhübschen, frotzeln, schalten und walten, etwas nicht in Frage stellen, in die Fremde verschlagen, die Schnauze voll haben, an den Haaren herbeiziehen, die Sporen abverdienen, ins Abseits manövrieren, im Regen stehen lassen, aus der Hand fressen, neben den Schuhen stehen, die beleidigte Leberwurst spielen, sich verpissen. Man sucht diese Begriffe, die in beliebigen deutschen Texten regelmässig auftauchen, im neuen WBK vergeblich; in einzelnen Fällen trifft dies selbst auch für die neuste Ausgabe des Dudens zu. Obwohl auch Begriffe folgenden Typs als solche im neuen WBK nicht eingetragen sind, können sie jedoch unter Umständen mit eigener Phantasie kreiert werden: Bewertungsgrundlage, Beurteilungskriterien, Neuübersetzung, Erlebniswelt(en), Sprachwelt(en), Identitätschaos, Sozialdisziplinierung, Konsummöglichkeiten, Gegenkultur, Lebenswelt(en), Folgegeneration(en), Nischenkultur, Selbstblockade, Weltethos, Werteordnung (Wertesystem ist vorhanden), Politjournalismus, Wissenschaftsbetrieb, Familienausflug, Deutschtum/Polentum/Russentum usw. Da es sich um typisch deutsche Begriffe handelt, die wohl nur im richtigen Kontext einen Sinn ergeben, ist das Risiko gross, dass sie wenig treffsicher ins Esperanto übersetzt werden und für Esperantisten aus anderen Sprachräumen schwer verständlich erscheinen könnten. Entmannen hingegen ist vorhanden, auch fiepen des Jungvogels, auch Akzeptanz und Akzeptabilität, ebenso Passage im Sinn von Textpassage (neben der Übersetzung tekstparto wäre tekstero noch passend gewesen, wieso denn nicht auch gleich pasaĝo ?). Ist analog etwa für famos brila, elstara, bonega, grandioza wirklich das Gelbe vom Ei (la ovoflavo) ? Wie wäre es einfach mit famoza? Der Konflikt mit fam-oza ist vorprogrammiert ! Taumeln, torkeln und brabbeln sind zwar verzeichnet, aber wie soll man eigentlich dahertaumeln(d), dahertorkeln(d) und sich hinbrabbeln ins Esperanto übersetzen? Und wie verhält es sich mit hochaktuellen Wortungetümen wie Riesenmedienaufgebot, Friedensimplementierungsrat, Spracherkennungsscanprogramm oder Riesenmagnetowiderstand-seffekt, das den jüngsten Nobelpreis für Physik ausmachte ? Ganz zu schweigen von den deutschen Unwörtern des jeweiligen Jahres. Um der Fairness (Wort fehlt im neuen WBK) willen muss ich wiederum hinzufügen, dass viele Begriffe (älterer Existenz), die ich überprüfte und wo Zweifel bestand, im WBK durchaus vorhanden sind. Und es geht bei dieser Gelegenheit auch nicht um Nörgelei, Pedanterie oder Schadensfreude wegen eventuell fehlender Begriffe, sondern um ernst gemeinte prinzipielle Ideen, welche Gattungen von Begriffsmaterial in einem Wb Deutsch-Esperanto sonst noch hinzugezogen werden könnten. Bei den Fällen pauschal und plausibel ist die dargebotene Übersetzung dem Sinn nach zwar richtig, entspricht aber nicht der Erwartung. Es sind zwei gute Beispiele, um zu zeigen, wie einfallslos entweder die Übersetzer sind, oder wie begrenzt die Esperanto-Übersetzungsmöglichkeiten trotz aller Ableitungspotenz halt doch sind. Aber hier touchiert (sollte dieses Wort im WBK nicht auch vorkommen?) man vielleicht das Problem der Neologismen im Esperanto: Ĉu plaǔsibla, paǔŝala ? Während übrigens das eine aus dem Lateinischen plaudere, plausibilis abgeleitet ist und etwa für Slawen soviel wie „Bahnhof“ bedeutet, stammt pauschal aus der österreichischen Amtssprache des 19. Jahrhunderts und stellt für nichtgermanisch Sprechende ebenfalls ein grosses Rätsel dar. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff relevant oder stringent (fehlt im WBK). Scharfmacher mit agitisto zu übersetzen ist zu unbedarft. Auch die Übersetzungen für schlagkräftig sind nicht konvinkaj. Der Vorschlag prekär mit embarasa, malagrabla oder malfacila zu übersetzen ist m.E. sogar unannehmbar. Die Übersetzung der Wendung er erhielt einen Ruf an die Universität xy mit oni ofertis al li profesorecon en la universitato xy ist gerade noch tragbar. Wenig griffig sind auch die Übersetzungen für die Spreu vom Weizen trennen (apartigi la bonon /dis/de la malbono) und für Hopfen und Malz verloren (li estas senespera kazo, li estas nesavebla u.ä.). Gleichfalls findet man zahlreiche Fälle vor, die konsequenzlos sind, wie die folgenden Beispiele zeigen: verwerflich/Verwerflichkeit, nachgiebig/Nachgiebigkeit sind als ‚Paar’ angegeben, nicht aber verwertbar/Verwertbarkeit oder nachhaltig/Nachhaltigkeit. Man hätte das eine oder andere Konzept der Wortaufführung konsequent entscheiden müssen, um den Eindruck der Zufälligkeit zu vermeiden. Im Gegensatz zu den Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften, die als Eintrag vorhanden sind, vermisst man explizit die Geisteswissenschaften und die Kulturwissenschaften. Wichtige Begriffe. Analysieren wir noch ein weiteres Textbeispiel, das unter dem Titel „Geisteswissenschaften: Kontrollierte Verwahrlosung“ in der ZEIT 36/20073 erschienen ist. Auch für diesen Text fehlen zahlreiche zentrale (und weniger wichtige) Ausdrücke im WBK wie: Geisteswissenschaften, Verwahrlosung, Bachelor, Master, geistesfeindlich, (Ober-)Ordinariat/Ordinarius, Kulturpessimismus, Identitätsstifter/identitätsstiftend, Legitimationsproduzent, Neuhumanismus, bildungsbürgerlich, Sonderrolle, Vermassung, professoral, Fehlwahrnehmung, Führerstaat, Hochschulangehörige, Bildungsideal, Meinungsführerschaft, Anschlusspunkt, Modernekritik, Bildungsreform, Amerikanismus, Alt-68er, Exklusivraum, Pluralisierung, Heraufdämmern, Forschungseinrichtung, Spitzeneinrichtung, Gutachtertätigkeit (Gutachter und Tätigkeit vorhanden), Zeitschriftenrepräsentanz (analog), Fördersumme, Forschungsgemeinschaft, Sonderforschungsbereich, Studierendenquote, Markenprodukt (Markenartikel vorhanden), Zeitlauf, Hauptseminar, Hochschulstandort, Vorbereitungslektüre, Lesepflicht, Verschulung, aneinanderreihen/ Aneinanderreihung, Examensjahrgang, Referendarausbilder (Referendar enthalten), Prüfungsvorsitzender, Studierendenbefragung, ökonomiefixiert, geistesfern, leistungsorientiert, (Dritt-)Mittelzuweisung, nachvollziehbar(erweise), Gegensteuerung, einpauken, Einzelbetreuung, Hauptstudium, Rechercheauftrag (Recherche und Auftrag vorhanden), gestuftes (System), Leistungsstandard, nachgeordnet, Studiengang. (Vorhanden sind folgende überprüfte Termini: Herleitung, Leitbild, Sachwalter, Irritation, emphatisch, entgegenhalten, Lebensstil, Neuorientierung, Konsumgesellschaft, rückwirkend, forcieren, Postmoderne, gewissermassen, Abschlussexamen (Abschlussprüfung vorhanden), Durchschnittsnote, Hausarbeit, Zerrbild (karikaturo), Klausur, Anfertigung, Coach/ing nicht vorhanden/, konsekutiv). Die Frage stellt sich auch hier: Welche Begriffe sollen in ein WB Deutsch-Esperanto wirklich aufgenommen werden (denn die Chance ist klitzeklein – Wort fehlt – dass ein solcher Text tatsächlich ins Esperanto übersetzt wird) ? Die Terminologie ist aber auch im Esperanto-Kontext durchaus real. Dennoch kommt man bei dieser Wortanalyse unweigerlich zum Schluss, dass vorliegender Text, der zahlreiche einschlägige bzw. relevante Begriffe zum Thema enthält, mit dem WBK auf jeden Fall nicht mit Leichtigkeit ins Esperanto zu übersetzen wäre. Auch im Zusammenhang mit dem Fach Interlinguistik ist der hier vorgestellte Artikel von Ulrich Herbert (Freiburg Brsg.) über die Probleme in den Geisteswissenschaften durchaus sehr beachtens- und lesenswert. Und was nota bene den antiquierten DDR-Jargon anbelangt, der dem ostdeutschen Autor des WBK doch bestens vertraut sein dürfte, hätte man neben dem Begriff Leukoplast durchaus auch noch den Begriff Leukoplastbomber, der quasi als Synonym für die inzwischen ausrangierte Automarke Trabant herhalten musste, als Kuriosum mit ins Wb schmuggeln können. Aber lassen wir Solches, Dieses und Jenes beiseite, denn es gäbe ja noch so viel Gleiches und Ähnliches. Und man sollte nicht übertreiben. Aber je tiefer man sich mit dem WBK befasst, desto mehr kritische Fälle tauchen auf, die einem das Übersetzen deutscher Texte nicht nur zur Tortur machen, sondern die Lust an ihm gelegentlich auch gründlich verderben. Bei den hier angestellten Überlegungen stellt sich einfach die Frage, ob der ganze lexikologische Aufwand nicht sinnvoller (gewesen) wäre, hätte man sich vielleicht im Rahmen eines umfangmässig bescheideneren WBK stärker auf die Ausbeute des Sprachgebrauchs aus moderneren Textkorpora in deutscher Sprache konzentriert, denn es handelt sich ja um ein Wb Deutsch-Esperanto; so wie sich dieser Sprachgebrauch eben heute in der Presse und in der publizistischen, essayistischen und feuilletonistischen Literatur präsentiert, („durchschnittlichen“) Nutzer Tausende von Wörtern hinzuknallen (Wort fehlt im WBK), die er wohl niemals praktisch verwenden wird und die eigentlich nur noch ins Museum – oder dann in ein Fachwörterbuch - gehören. Wie z.B. Galaktokinase, Galaktorrhö, Galaktosurie, Galalith, Galangawurzel, Myalgie, Myasthenie, Mydriasis, Mylyencephalon, Myelin, Myelitis, Myeloblasten, myeloid, Myelopathie, Myelozyten. Mykor(r)hiza. Solche Wörter lassen sich ja auch im WBK wie mehr oder weniger zu erwarten und wie geschmiert folgendermassen übersetzen: galaktokinazo, galaktoreo, galaktozurio, galalito, mialgio, miastenio, midriazo, mjelencefalo, mjelino, mjelito, mjeloblasto, mjeloida, mjelocito, mikorizo. Dasselbe trifft analog auch bei vielen Wörtern etwa mit dem Suffix Anti-/anti- oder Hyper-/hyper- und zu. In vielen Fällen wird die Bedeutung von Fachtermini oder Fachwörtern übrigens auf Deutsch bzw. eine Referenz auf das entsprechende deutsche Lemma gegeben (z.B. auch in den Fällen Trottoir s. Bürgersteig, Velo s. Fahrrad). Relativ üblich gewordene Medikamente wie z.B. Citalopram oder Avastin, um wiederum zufällig je ein Beispiel aus der Welt der Antidepressiva und der Antikrebsmittel anzuführen, bleiben ungenannt. Die Übersetzung dieser Wörter (citalo-pramo, a-vast-in-o) dürften zusätzlich wohl einige praktische Schwierigkeiten bereiten. So könnte man mit der gleichen Übung bis zum Wahnsinn treibend (Ausdruck im WBK vorhanden) weitermachen, und es gäbe wohl Hunderte von analogen Beispielen, die abzuklären wären. Versteht ein Chinese die spezifische Semantik von supkuirejo (Suppenküche) richtig ? Ohne Zweifel stellt das neue pompöse WBK, dessen Substanz ja von Dutzenden von bereits existierenden Wörterbüchern untermauert ist, selbst diejenigen von Cherpillod und Vatré berücksichtigend, einen sehr weitgehenden (Wort-)Schatz dar, der im Laufe einer fast vierzigjährigen lexikographischen Arbeit Krauses unter Auswertung umfangreicher Esperanto-Textkorpora zustande gekommen ist, darunter Esperanto-Publikationen aus allen Teilen der Welt, wie der Autor in seinem Vorwort festhält. Es wäre vielleicht folgerichtiger gewesen, mit diesem lexikographischen Material ein Wb Esperanto-Deutsch oder ein zum PIV alternierendes oder ergänzendes einsprachiges Universalwörterbuch nach dem Modell Duden mit Stichwörtern und Redewendungen, Anwendungsbeispielen sowie Angaben zu Rechtschreibung, Zitate, Aussprache, Kontext, Herkunft (in Esperanto-Texten), Grammatik und Stil zu schaffen. Denn schliesslich will man mit einem Wb Deutsch-Esperanto aus dem Deutschen ins Esperanto übersetzen, nicht umgekehrt, und zwar auch schwierige zeitgemässe Texte. Als Quintessenz meiner unvollständigen und hoffentlich anregenden Betrachtung wäre also die Frage entscheidend, wie man den vorhandenen Esperanto-Wortschatz durch neues, neuartiges lexikalisches Material, das dem durch moderne Texte ausgelösten „zeitgemässen“ Übersetzungsbedürfnis entspricht, in einem allgemeinen Wb erweitern könnte. Ein solches neues Wb, bei dem dann wohl umfangreiche Textkorpora deutschsprachiger Provenienz berücksichtigt werden müssten, wäre eine echte Innovation für Esperanto. Für die kommenden Generationen von Esperantisten gäbe es also noch Einiges an lexikographischen und terminologischen Jobs zu erledigen. Auch dieser bereits eingedeutsche neudeutsche Begriff wird, wie viele seiner Gattung, im WBK mit der nicht ganz befriedigenden Entsprechung laboro, laborloko wiedergegeben, Relevanz mit fragwürdigem graveco, Prominenter mit eminentulo. Eine Bande (von Gangstern) und eine Musikband werden gleichermassen bando genannt. Diese Übersetzungen entsprechen einfach nicht der spezifischen Semantik dieser Wörter und berücksichtigen den Zeitgeist nicht, und sie behagen schon gar nicht einem etwas anspruchsvolleren Schriftsteller, einem Fachmann (bzw. einer Fachfrau) oder einem Neologismusfreak (Freak kennt das WBK leider auch nicht), der auf umstrittene Eigenkreationen (fehlt ebenfalls) zurückgreifen wird. Hier wären wir unter anderem beim Thema Neudeutsch (dito) angelangt, man beachte Ausdrücke wie Tracksound, Highlight, High-End-Luxusgüter, Lifestyle, Lover, Performance, New Wave, Mainstream, Leader, Event, Policy Maker, Coffee Shop, Cluster, Pole Position, Shooting-Star, Entrepreneurship, Casting, Coaching, Crashtest-Dummy, Outsourcing/outsourcen, Markt-Based Governance, Corporate Governance, Corporate Identity, Global Neighborhood, Global Capital Markets, Cash Management. Global Player, Troubleshooter, Topshot, Podcast, Darkroom, Private Banking, self-ful-filling-prophecy-Theorie, win-win-Situation, Burnout; (übersetzt sind Software, Hardware, Hardcore, Investment, Highway mit Verweis auf Autobahn, Boom mit alta konjunkturo bzw. im Börsensinn haǔso, Softdrink mit senalkohola trinkaĵo, Knock-out mit nokaǔto, Feedback im kybernetischen Sinne und Slapstick in der Übersetzung slapstiko). Wie wärs mit einem Seminar zum Thema Managing Business Intelligence oder Competitive Intelligence (systematische Konkurrenzanalyse und Marktbeobachtung sowie strategische Frühaufklärung) ? Unter Skinhead(s?) könnte man problemlos den Neologismus skinhedo einführen, statt wenig kongruentes razkapulo oder haǔtkapulo vorzuschlagen (wieso übrigens im Plural, es gibt den Begriff doch auch im Singular). Übrigens fehlt im WBK auch der mit dem Skinhead verwandte Hooligan. Wahrscheinlich müssen solche Ausdrücke in einem Wb Englisch-Esperanto nachgeschlagen werden. Im Medien- und Informatikalltag (dito) begegneten mir übrigens Verben wie downloaden, scrollen, replayen, forwarden, deleten, printen, casten usw., aber hier haben wir es schon mit Extremen des Sprachgebrauchs zu tun. Auch solche Auswüchse gehören zu den Fakten von Sprache als einem sich rasant wandelnden Medium. Ferdinand de Saussure (1857-1913) und sein für die Esperantologie unverzichtbarer Hobbylinguistik-Bruder René lassen grüssen ! So hat der bissige Spruch „Weder in der Ferne noch zu Hause nützt dir das Wörterbuch von Krause“ brisante Aktualität erlangt. Das Ärgerlichste am Ganzen ist, dass in der Esperanto-Bewegung viele Projekte von Einzelkämpfern (professionelle, semiprofessionelle, Dilettanten, Amateure, Hobbyisten) abhängen, nicht nur bei der Produktion von Wörterbüchern, deren Verwirklichungsqualität teilweise zweifelhaft ist. Aber dies ist eine altbekannte Tatsache, und man kann nicht sagen, dass nichts dagegen getan würde. Es ist aber völlig klar, dass ein derart wichtiges Jahrhundert-Lexikon-Projekt wie das vorliegende der kompetenten internationalen Kooperation bedarf. So wie Krauses lexikologische Arbeit unbedingte Anerkennung gefunden hat, so ist es gleichzeitig nicht möglich, diesen Vorwurf zu ignorieren. Andreas Künzli (plansprachen.ch), Oktober 2007 (letzte Aktualisierung April 2008). 1 s. z.B.
2 zu finden auf der Webseite publiziert unter (Bei Nichtdownloadbarkeit des Artikels kann der Text beim Autor dieser Besprechung angefordert werden: ). 3 publiziert unter Bibl.: Erich-Dieter Krause. Großes Wörterbuch Deutsch-Esperanto. Buske Hamburg 2007. XVII, 1679 Seiten. ISBN 978-3-87548-466-3. Gebunden € 128.00.

Source: http://www.plansprachen.ch/files/Rezension_Buske_WB_Krause_2007.pdf

amielandmelburn.org.uk

ver, implementation of these regulations hasgiven by the youthful graphic designer in thebeen lax and patients may well have sufferedLegislation, as it applies to the advertisingexistence there have been only four prosecu-of medicines to doctors, is contained in thetions for breaches of the Medicines Act as itrelates to advertising. All have been brought(Advertising to Medical and Dental P

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